
SANDRA PAUL.
VON DER DESIGNERIN ZUR SPARRINGPARTNERIN.
16 Jahre lang war ich Unternehmerin und Vollblut-Designerin. Ich formte Marken, Produkte und Benutzerschnittstellen, entwickelte Kollektionen, bediente namhafte Designagenturen sowie Großkonzerne auf internationaler Ebene und baute parallel mein eigenes Radsport-Label auf, welches ich erfolgreich am Markt platzierte.
Ich kenne Unternehmertum. Ich kenne Verantwortung. Ich kenne Druck – und ich kenne das Gefühl, immer weiterzufunktionieren. Auf allen Ebenen.
Mein Weg in diese Arbeit war keine Strategie. Er entstand aus Erfahrungen, die mein eigenes Leben grundlegend verändert haben – und aus dem Wunsch heraus, für andere die Person zu sein, die ich mir selbst in meinen schwersten Zeiten an meiner Seite gewünscht hätte.
Heute gestalte ich keine sichtbaren Dinge mehr. Ich arbeite mit anderen Materialien: Gedanken, Emotionen, Wendepunkten und Identität. Ich schaffe Räume für ungeschminkte Wahrheit, für tiefe Entlastung und für neue Perspektiven. Im Kern bin ich dieselbe geblieben. Ich erschaffe noch immer Transformation. Nur heute ist sie nicht sichtbar. Sondern spürbar.
Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, erkenne ich einen roten Faden.
Nicht immer sofort. Nicht in den Momenten, in denen Entscheidungen getroffen werden mussten. Nicht in den Zeiten, in denen das Leben alles auf den Kopf stellte. Aber rückblickend ist er da.
Ein roter Faden, der sich durch meine gesamte Geschichte zieht.
DER WUNSCH MEIN LEBEN
SELBST ZU GESTALTEN.
Meine Heimat liegt am Bodensee. Schon als Kind war ich ständig dabei, etwas zu erschaffen. Ich zeichnete, malte, baute und verbrachte jede freie Minute draußen. Nach der Schule ging es zum Mittagessen zu meiner Oma, die Hausaufgaben wurden erledigt und danach begann das eigentliche Abenteuer: mit dem Fahrrad unterwegs sein, am Bach spielen, durch Wälder streifen, Neues entdecken.
Ich hatte eine schöne Kindheit. Geprägt von:
Freiheit,
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Vertrauen,
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und dem Gefühl, geliebt zu werden.
Meine Eltern gaben meinem Bruder und mir etwas mit, das mich bis heute begleitet: Sie ließen uns unseren eigenen Weg finden. Nicht, weil sie immer derselben Meinung waren. Sondern weil sie uns vertrauten.
VIELLEICHT BEGANN GENAU DORT
ALLES.
Schon früh spürte ich den Wunsch, unabhängig zu sein. Mit fünfzehn Jahren begann ich während des Gymnasiums in einem Sportgeschäft zu arbeiten. Aus einem Ferienjob wurde mehr. Zum ersten Mal verdiente ich eigenes Geld. Zum ersten Mal spürte ich, wie viel Freiheit darin liegt, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
Dieses Gefühl hat mich nie wieder verlassen.
Es führte mich zunächst zum Design.
Schon als Jugendliche faszinierte mich Gestaltung. Ich liebte Ästhetik, Perspektiven und Details. Während die meisten Mädchen von etwas ganz anderem träumten, lagen auf meinem Schreibtisch Automobil- und Motorsportmagazine. Alte Fahrzeuge faszinierten mich genauso wie neue.
Schon damals wusste ich: Mein Weg wird kreativ sein.
Aus dieser Leidenschaft entstand später mein Studium des Industriedesigns mit Schwerpunkt Automobildesign in München.
Dort lernte ich etwas, das mich bis heute begleitet:
WENN ETWAS WIRKLICH DEINS IST,
LOHNT ES SICH
DAFÜR LOSZUGEHEN.
AUCH DANN, WENN ANDERE
ZWEIFEL HABEN.
Nach dem Studium folgten viele Jahre als Designerin und Unternehmerin.
Ich arbeitete international, entwickelte Produkte, Konzepte und Benutzeroberflächen, begleitete Großprojekte für namhafte Konzerne, mittelständische Unternehmen und bekannte Designagenturen.
Über zwölf Jahre war ich unter anderem für Siemens tätig.
Doch im Kern ging es mir nie darum, Dinge einfach nur schöner zu machen.
Ich wollte gestalten.
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Etwas bewegen.
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Etwas erschaffen, das Bestand hat.
Dieser Wunsch führte schließlich zur Gründung meines eigenen Radsport Labels VON BROKK.
Sieben Jahre lang arbeitete ich darauf hin. Ich baute Rücklagen auf, verzichtete auf kurzfristige Sicherheit und investierte Schritt für Schritt in eine Vision, die lange nur in meinem Kopf existierte.
Als der Zeitpunkt gekommen war, kündigte ich sämtliche laufenden Verträge. Von einem Tag auf den anderen kamen keine neuen Einnahmen mehr.
Es war ein bewusster Schritt.
*
Kein Sprung ins Unbekannte.
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Aber ein klares Bekenntnis zu meinem eigenen Weg.
So entstand VON BROKK.
Ein Label, das meine Leidenschaft für Design, Qualität, Handwerk und den Radsport miteinander verband.
Rückblickend betrachtet könnte man meinen, dies sei die Geschichte einer Designerin und Unternehmerin.
Doch das wäre nur die halbe Wahrheit. Denn das Leben schreibt seine eigenen Kapitel.
Ab 2020 begann eine Zeit, die alles verändern sollte.
Eine gesundheitliche Diagnose.
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Ein körperlicher Übergriff.
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Meine Verunfallung am Berg.
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Mehrere Operationen.
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Der Verlust meines Sports.
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Der Verlust meiner körperlichen Selbstverständlichkeit.
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Der Tod meines Bruders.
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Das Ende meiner langjährigen Beziehung.
Innerhalb weniger Jahre brach vieles weg, worüber ich mich zuvor definiert hatte.
PRIVAT.
BERUFLICH.
MENSCHLICH.
Mein Bruder starb einen Tag vor meiner Entlassung aus dem Unfallklinikum.
Wer selbst schon einmal einen Menschen verloren hat, weiß:
ES GIBT EIN LEBEN DAVOR.
*
*
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UND EIN LEBEN DANACH.
Nichts davon hätte ich mir ausgesucht. Und dennoch bin ich heute für all diese Erfahrungen dankbar.
Nicht wegen des Schmerzes. Sondern wegen dessen, was sie mich gelehrt haben.
In dieser Zeit habe ich verstanden, dass Menschen nicht an der Größe einer Krise zerbrechen. Sondern daran, wie viel sie bereits tragen.
Dass es keine Rangliste von Schmerz gibt.
Dass Stärke oft ganz anders aussieht, als wir glauben.
Und dass die verantwortungsvollsten Menschen häufig diejenigen sind, die am seltensten um Hilfe bitten.
VOR ALLEM ABER HABE ICH
VERSTANDEN, DASS NIEMAND ALLES ALLEIN TRAGEN SOLLTE.
Denn selbst mit Familie, Freunden und Menschen an unserer Seite können wir uns in manchen Lebensphasen unglaublich allein fühlen.
Genau dort entstand der Wunsch, Menschen zu begleiten.
Nicht als Plan.
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Nicht als Strategie.
Sondern als Konsequenz meines eigenen Weges.
Ich habe gelernt, über schwere Dinge zu sprechen.
Über Verlust.
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Über Angst.
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Über Überforderung.
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Über Trauer.
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Über Themen, über die oft geschwiegen wird.
Und ich habe erlebt, welche Kraft entstehen kann, wenn jemand einfach da ist.
Ohne Bewertung.
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Ohne Schubladen.
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Ohne vorschnelle Lösungen.
Heute begleite ich Menschen mit hoher Verantwortung durch herausfordernde Lebensphasen, persönliche Umbrüche und wichtige Entscheidungen.
NICHT, WEIL ICH ALLE ANTWORTEN KENNE.
SONDERN WEIL ICH WEISS, WIE ES SICH ANFÜHLT, WENN DIE EIGENEN ANTWORTEN GERADE NICHT GREIFBAR SIND.
Ich begleite Menschen auf Augenhöhe.
Mit Klarheit.
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Mit Tiefe.
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Mit echter Präsenz.
Vielleicht bin ich im Kern immer noch Gestalterin.
Früher habe ich Produkte, Marken und Unternehmen gestaltet.
Heute gestalte ich Räume.
Räume für Ehrlichkeit.
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Für Entlastung.
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Für neue Perspektiven.
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Für den nächsten Schritt.
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Das Logo – ein Zeichen das nicht zufällig entstanden ist. Es ist die visuelle Übersetzung meiner Arbeit.
Die geöffneten Klammern stehen für den Raum, den ich halte: einen geschützten Rahmen, in dem nichts bewiesen werden muss. Einen Ort für Diskretion. Für Stabilität. Für Orientierung. Der rote Asterisk im Zentrum steht für den Menschen darin. Er steht für dich. Für deinen Kern. Deine Geschichte. Deine Spuren.
Er steht nicht für Stillstand. Er bricht bewusst nach oben aus den Klammern aus. Denn dieser Raum ist nicht dazu da, dich im Schwierigen festzuhalten. Sondern dir so viel Halt zu geben, dass du deine eigene Richtung wiederfinden kannst.
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Und wenn es einen Satz gibt, der meine Arbeit am besten beschreibt, dann vielleicht diesen:
DU BIST NICHT
ALLEIN.
Denn manchmal braucht es keinen Menschen, der den Weg für uns geht.
Sondern jemanden, der ein Stück mit uns geht.
Und vielleicht ist genau das heute meine größte Stärke.
* es geht weiter. immer.
